Smartes Pilotprojekt spart Strom- und Heizkosten

13.12.2018

Maximilian Ganser (2.v.l.) und Björn Pawlik (rechts) von der ENTEGA überreichen Klimaschutzmanager Eric Maercker (links) und Bürgermeister Gerald Frank (2.v.r.) die Antenne, die ein intelligentes Energiemanagement kommunaler Gebäude möglich macht. Foto: GM/Peter Back

Die Klimaschutzkommune Münster hat gemeinsam mit ihrem Energieversorger ENTEGA und der Energiewende GmbH ein kreisweit einzigartiges Pilotprojekt für ein intelligentes, digitales Energiemanagement kommunaler Gebäude gestartet. Als Teil der Klimaschutz- und Digitalisierungsstrategie soll die smarte Technologie künftig dazu beitragen, Strom- und Heizkosten zu sparen und nebenbei lästige Pflichten – wie Zählerablesen – überflüssig zu machen.

Hinter dem etwas sperrigen Namen LoRaWAN (Abkürzung für „Long Range Wide Area Network“) verbirgt sich eine drahtlose Netzwerktechnologie, die es ermöglicht, technische Geräte über Distanzen hinweg miteinander zu verbinden und zentral zu steuern. Für Münster bedeutet das konkret: Über eine Antenne auf dem Rathausdach, die übrigens rund 50 Mal weniger strahlt als eine herkömmliche Mobilfunkantenne, können unter anderem Strom- und Wärmeverbräuche kommunaler Gebäude an das LGA Cockpit, eine webbasierte Energiemanagement-Plattform, übermittelt werden.

Über dieses Programm können die Daten überwacht, visualisiert und aktiv gesteuert werden. „Ziel ist es vor allem, die Betriebskosten für Wärme und Strom zu senken und somit Energie zu sparen“, erläutert Münsters Klimaschutzmanager Eric Maercker.

Keine Kosten für die Gemeinde

Durch die relativ hohe Reichweite können nach Ablauf der Testphase neben dem Rathaus auch die Energieverbräuche das Hallenbades mit abgedeckt werden. Bewährt sich die Technik, könnte sie künftig auch auf alle anderen kommunalen Liegenschaften ausgeweitet werden. Die LoRaWAN-Technologie ermöglicht die automatisierte Übertragung der Zählerdaten ins LGA Cockpit ohne Verkabelung, mit hoher Durchdringung (Zähler sitzen oft im Keller) und mit nur geringem Energieverbrauch. Die digitale Energiemanagement-Plattform LGA Cockpit wurde gemeinsam von der LGA Landesgewerbeanstalt in Bayern, Körperschaft des öffentlichen Rechts, und der Energiewende GmbH in Nürnberg entwickelt.

ENTEGA hat im vergangenen Jahr als eines der ersten Unternehmen in Deutschland eine Testphase mit LoRaWAN begonnen. Die Kooperation mit Münster ist einzigartig im Landkreis Darmstadt-Dieburg. „Als Klimaschutzkommune ergeben sich daraus für uns große Chancen, durch moderne Technologie Ressourcen zu schonen und Kosten zu senken. Davon profitieren sowohl die Umwelt als auch die Steuerzahler“, bringt es Bürgermeister Gerald Frank auf den Punkt. Ein weiterer Vorteil: „Für die Gemeinde entstehen durch das Pilotprojekt keinerlei Kosten.“ Ab 2019 stehen Kommunen zudem attraktive Fördermöglichkeiten für die Einführung von smartem Energiemanagement zur Verfügung, ergänzt Eric Maercker.

Hinweis: Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung der Gemeinde Münster, der ENTEGA und der Energiewende GmbH