Stabwechsel bei der LGA in Landshut

22.06.2018

Verabschiedung des Zweigstellenleiters der LGA Landshut Reinhold Theisz (2. V. re.) und Ernennung des neuen Manfred Steinicke (2. v. li.) . Es gratulieren der Sprecher des Vorstandes der LGA Thomas Weierganz (li.), der Vorsitzende des Aufsichtsrates der LGA Bernd Grossmann (Mi.) und Vorstandsmitglied Hans-Peter Trinkl (re.).

Manfred Steinicke neuer Zweigstellenleiter

Reinhold Theisz ist in den Ruhestand verabschiedet. Manfred Steinicke - seit vielen Jahren als Nachfolger designiert – übernimmt.

220 geladene Gäste auf Burg Trausnitz waren Zeuge einer Amtsübergabe in der LGA Landshut. Reinhold Theisz, der das Prüfamt fast 23 Jahre leitete, wurde im Beisein der LGA-Chefs Thomas Weierganz (Sprecher des Vorstandes) und Hans-Peter Trinkl (Mitglied des Vorstandes) sowie des Vorsitzenden des Aufsichtsrates Bernd Grossmann zum 30. Juni 2018 in den Ruhestand verabschiedet. Anschließend wurde Manfred Steinicke, der bereits acht Jahre das LGA Prüfamt für Standsicherheit in München leitete, zum 1.7.2018 zum neuen Prüfamtsleiter in Landshut ernannt.

Die LGA – Landesgewerbeanstalt Bayern mit der Zentrale in Nürnberg – ist Bayerns größter Dienstleister für Prüfstatik. Acht Prüfämter mit weiteren Nebenstellen über ganz Bayern verteilt sorgen dafür, dass dem „Vier-Augen-Prinzip“ Rechnung getragen wird. Der Leiter eines Prüfamtes übt damit auch hoheitliche Funktionen aus. Ohne seine Zustimmung und Unterschrift kann bei Gebäuden, Brücken, Schulen, Kindergärten, Bürokomplexen, die der Prüfpflicht unterliegen, nicht gebaut werden. Dass Ingenieure nicht nur beim Neubau tätig werden, sondern eine ganz entscheidende Rolle beim Denkmalschutz spielen, davon berichtete Dr. Ing. Norbert Bergmann in seinem Festvortrag „Ingenieure pflegen Denkmäler“. Aus diesen Tätigkeiten ergibt sich ein reger Austausch und Kontakt mit Behörden und Firmenchefs. So war es nicht verwunderlich, dass unter den Gästen zahlreiche hohe Beamte der Baubehörden, lokale Bürgermeister und natürlich sehr viele Kolleg*innen der LGA aus ganz Bayern waren. Zum Abschied in den Ruhestand sprachen für die Stadt Landshut der 3. Bürgermeister Erwin Schneck, für den Landkreis Landshut der stellvertretende Landrat Fritz Wittmann und für die Bayerische Ingenieurkammer Bau Dr. Werner Weigl bewegende Grußworte.

Selbst für die LGA, ein Arbeitgeber mit einem geradezu legendär gutem Betriebsklima und demzufolge vielen Arbeitnehmer*innen, die Jahrzehnte ihres Berufslebens hier verbringen, ist so ein Lebenslauf ungewöhnlich: Reinhold Theisz war fast 39 Jahre Mitarbeiter der LGA; fast 23 Jahre Prüfamtsleiter. Man kann ihn durchaus als eigenen Kopf, als besonders kreativen Prüfer beschreiben. In seinem Festvortrag erwähnte der auf historische Bauten spezialisierte selbständige Statiker Dr. Bergmann eine Erinnerung, an eine frühe berufliche Begegnung: Gleich im ersten Telefonat habe Theisz sich für Unterlagen eines zu prüfenden Baues bedankt und dann gesagt: „Wann treffen wir uns auf der Baustelle?“ „Da wurde mir klar: Landshut macht ab sofort Prüfstatik immer vor Ort, immer auf der Baustelle“, wie der Inhaber eines 25-Mann-Ingenieurbüros aus Pfaffenhofen bei Ingolstadt lächelnd erzählte.

Es war ein Tag mit vielen Geschichten, wie es eben ist, wenn einer geht, der in seinem Beruf Geschichte geschrieben hat. „Sie haben mir viel Arbeit abgenommen“, erklärte der Sprecher des LGA-Vorstandes Weierganz nach Bergmanns Vortrag: „Ich wollte natürlich für unseren Beruf werben, aber jetzt weiß jeder, wie spannend, kreativ und abwechslungsreich der Prüfstatiker ist.“ In der Tat, die angeführten Beispiele schwieriger Aufgaben an historischen, denkmalgeschützten Bauten, waren für die zahlreichen Experten weit spannender als ein Sonntagabend-Tatort. Und auch das war eindringlich zu vernehmen: Ob Kloster Walderbach, wo „die Restauratoren einfach die Statik vergessen hatten“; die Jesuitenkirche in Landshut, deren Stützhölzer im feuchten Untergrund einfach weggemodert waren; oder die Frauenkirche in München, die von der unterirdischen S-Bahnstrecke beeinflusst wurde – ohne modernes Bauwerksmonitoring, ohne ständige Prüfung und Überwachung mittels digitaler Technik ist moderner Denkmalschutz schlicht undenkbar. „Die Zukunft ist digital und radikal anders, als wir es gewohnt sind“, das war auch Tenor der Dankesrede von Theisz-Nachfolger Manfred Steinicke. Dieser hatte bereits neun Jahre in Landshut unter und mit Theisz geprüft, war ebenso lange Prüfamtsleiter und Zweigstellenleiter in München und kehrt nun in die Heimatstadt zurück. „Eine neue, faszinierende Herausforderung“, bedankte er sich für dieses Vertrauen. „Bassd scho“, meinte Thomas Weierganz, ein Norddeutscher mit jahrelanger Nürnberg-Erfahrung, auf gut fränkisch. Wohl wissend, dass dies bei den bescheidenen Nordbayern als „summa cum laude“ gilt.