LGA Unter­nehmen Aktuelles Wechsel in der Leitung des Prüfamtes der LGA in Hof – Dr. Marcus Achenbach folgt auf Dr. Ulrich Leißner

Wechsel in der Leitung des Prüfamtes der LGA in Hof – Dr. Marcus Achenbach folgt auf Dr. Ulrich Leißner

Stabwechsel: Dr. Ulrich Leißner (li.) ist seit kurzem im Ruhestand, Dr. Marcus Achenbach hat die Leitung in Hof übernommen. Sein Stellvertreter ist Andreas Kupzok (re.).

Sicherheit und Qualität am Bau – neue Perspektiven für die LGA in der Wachstumsregion Hof und Umgebung.

Wechsel bei der Leitung der Zweigstelle Hof der LGA Landesgewerbeanstalt Bayern. Dr. Ulrich Leißner, der zum 1. Juni in den Ruhestand getreten ist, gehörte der LGA seit 2000 an. Ab 2005 war er stellvertretender, nur ein Jahr später Leiter der Zweigstelle Hof. Im Jahr darauf begann ein junger Kollege seine Arbeit in Hof: Jetzt übernimmt dieser Marcus Achenbach die Zweigstellenleitung, sein Stellvertreter ist Andreas Kupzok.

2019 feierte die LGA ihren 150. Geburtstag mit der Gründung des Bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg. 1869 ging es um zeitgenössisches Design und die Qualität von Waren, bald auch um die Qualifizierung von Arbeitern für das Industriezeitalter. Nach der Jahrhundertwende wurden die ersten Zweigstellen in Bayern gegründet. In Hof öffnete die Landesgewerbeanstalt am 11. September 1909 im „Kisch’schen Haus“. Diplom Ingenieur Jakob Schädlich organisierte Beratungen, Vorträge, Kurse und Ausstellungen und der Ruf seiner Taten verbreitete sich auch in Sachsen, Thüringen und im Sudetenland. Erste Prüfaufgaben und Überwachungen galten Tankstellen, eine Patentauslegestelle wurde eingerichtet. Das war um 1910 ein Erfolgsmodell, doch der erste Weltkrieg beendete die Tätigkeiten. In den zwanziger Jahren wurden Prüfaufgaben im Kfz-Bereich zum Stammgeschäft, bis diese ab 1940 zum TÜV wanderten. Auch der 2. Weltkrieg beendete alle LGA-Tätigkeiten für einige Jahre. Bis zum Mauerfall entwickelte sich die LGA neu zum technischen Berater und als Normen- und Patentauslegestelle. Beim 100-jährigen Jubiläum 2009 war man längst ein Spezialist für „Sicherheit und Qualität am Bau“ geworden.

Auch die Stadt und der Landkreis Hof haben in den letzten Jahrzehnten einen gewaltigen Bedeutungswechsel erfahren: Vor der Wende sprach man gerne vom „gemütlichen Städtchen in Oberfranken“, das durch die Grenzlage zu Tschechien und der früheren DDR insgesamt etwas abgehängt war. „Zonenrandgebiet“ war kein Wort, das Boom Regionen beschrieb. Doch nach der „Wende“ hat sich Hof zu einem Drehkreuz für die Wirtschaft und zu einem Verkehrsknotenpunkt in den freien Osten entwickelt. Thüringen und Sachsen zählen zu den Einzugsgebieten für die LGA und gerade der Landkreis Hof hat sich als vitales Wirtschaftszentrum entwickelt.

Wo die Industrie floriert, und der Verkehr boomt, wird gebaut. In und um Hof hat die LGA in den letzten Jahren Spuren hinterlassen: Zu den augenfälligsten Projekten gehörten die Freiheitshalle Hof, die Zusammenarbeit mit Großkunden wie REHAU oder dennree (Biomärkte Denns) und der Sandler AG (weltweit führender Vliesstoffhersteller). „Wir sind heute für viele Kunden vor allem ein Industriedienstleister“ beschreibt Dr. Leißner den Schwerpunkt der Arbeit und erläutert, dass man häufig als Berater angefragt wird, auch wenn kein Prüfzwang besteht. So kam es, dass in der „Ära Leißner“ die Zahl der Bauingenieure von sechs auf elf nahezu verdoppelt wurde. Diese Entwicklung, Hof war einst das mit Abstand kleinste Prüfamt der LGA – spiegelt die der Region wider.

Auch als Spezialist für schwierige Fälle hat man sich einen Namen gemacht: Das beachtete Projekt „Archiv der Zukunft“ in Lichtenfels zeigt die Kompetenz in Grenz-fragen zwischen Statik und Kunstanspruch. Zudem ist Hof Vorreiter bei der Digitalisierung und aktiver Part bei iECO, einem Leuchtturmprojekt des bundesdeutschen Gaia-X-Förderwettbewerbs, um einen Datenraum für die gesamte Bauwirtschaft zu schaffen (siehe IMPULSE I/2022: „Der digitale Zwilling wird Wirklichkeit“). Am 14. Mai fand nun anlässlich der Übergabe der Leitungs-Verantwortung eine Feierstunde in der Hofer Münch-Ferber-Villa mit gut 100 Gästen statt. Das Gebäude und der Saal selbst, ein altes Industrieerbe, bilden die perfekte Kulisse für den Vortrag von Dr. Adrian Roßner über die Geschichte der Industriekultur in Oberfranken. Roßner (Jahrgang 1991) ist promovierter Historiker mit den Schwerpunkten Landesgeschichte und Industriegeschichte.

Seit Juni hat Marcus Achenbach die Zweigstellenleitung übernommen. Vor 2006 war er konstruktiv im Stahl- und Metallbau und in einem Ingenieurbüro in Naila tätig. In den Jahren als LGA-Mitarbeiter hat er – seit 2012 Stellvertreter – „berufsbegleitend“ seine Promotion zum Dr.-Ingenieur abgeschlossen (2018). Seit dem Wintersemester 2019 lehrt Dr. Marcus Achenbach im Rahmen von Vorlesungen und Seminaren an der Bauhaus-Universität Weimar in der Fakultät Bauingenieurwesen am Institut für konstruktiven Ingenieurbau (IKI), u.a. über die „Heißbemessung im Konstruktiven Ingenieurbau“.

Dr. Achenbach führt in der LGA Hof künftig ein eingespieltes Team, das weitgehend hierarchiefrei zusammenarbeitet. „Unsere Arbeitsweise ist vor allem auf Effizienz ausgelegt“. Diese Maxime Ulrich Leißners hat weiterhin Bestand.

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