LGA Erhaltungs­management Wege und Straßen

Erhaltungs­management Wege und Straßen

Peter Budig

LGA-Bauingenieurin Barbara Koch begutachtet Fahrbahnen und berät die zuständigen Behörden

Wie Gletschermoränen schauen viele Straßen in Deutschland nach dem Winter aus – obwohl der Winter doch mal wieder lau und schneelos war. Der Zahn der Zeit nagt an Deutschlands Straßen – und wie Karies den Zahnbelag zerstören Witterung und Gebrauch die Oberflächen vieler Wege und Straßen. Das ist kein Wunder, denn „das kommunale Straßennetz in Bayern stammt … zu einem erheblichen Anteil aus den 60er und 70er Jahren. Das Alter der Landkreis- und Gemeindestraßen und die zunehmende Verkehrsbelastung auf den öffentlichen Straßen haben deutliche Spuren hinterlassen. Der Zustand der bayerischen Straßeninfrastruktur verschlechtert sich zunehmend. … Immer häufiger werden Geschwindigkeiten und Lasten begrenzt“, heißt es im Geschäftsbericht Bayerischer Kommunaler Prüfungsverband von 2020. Typische Mängel sind Unebenheiten (z.B. Wellen, Buckel), Risse, offene Nähte, schadhafte Fugen, offene Pflasterfugen, Ausbrüche, Schlaglöcher; Abplatzungen, Flickstellen, Frostschäden, Schäden an Randeinfassungen (z.B. Bordsteine, Gerinne) oder Unebenheiten im Querprofil (z.B. Spurrinnen) und schadhafte Entwässerungseinrichtungen.

AUF DER GRUNDLAGE DETAILLIERTER UNTERSUCHUNGEN ENTSTEHT EIN ERHALTUNGSMANAGEMENT

Der Zustand der Straßen ist nicht in erster Linie eine Frage von Fahrkomfort oder Ästhetik – es geht um Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Dauerhaftigkeit. Diese müssen Landkreise, Städte und Gemeinden im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit gewährleisten. Grundvoraussetzung für jede Erhaltungsplanung ist die Kenntnis des Ist-Zustandes der Straßen unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Verkehrsaufkommens, der variierenden Aufbauten und der wechselnden Witterungseinflüsse. LGA-Bautechnik- Mitarbeiterin Barbara Koch ist auf die Aufnahme und Bewertung von Verkehrsflächen spezialisiert. Die Bauingenieurin (FH) mit einem Vertiefungsstudium „Infrastruktur Bau“ erstellt Bewertungen und Analysen zum Zustand von Verkehrsflächen in Landkreisen, Städten und Gemeinden. Als Erstes sondiert sie die „Quellenlage“: Welche Daten sind bereits vorhanden? Gibt es Luftbilder, ein Straßenkataster, Aufbaudaten usw.? Die Gemeinden – einerseits in der Verantwortung, andrerseits mit oft knappen Mitteln ausgestattet – sind an einem verlässlichen Erhaltungsmanagement interessiert: Welche Straßen können ausgebessert, welche müssen grundhaft saniert werden? Barbara Koch hat dabei verschiedene „Werkzeuge“ zur Verfügung: Das einfachste ist noch Erfahrung und die Aufnahme vor Ort durch Begehung mit anschließender Bewertung.

DAS UNTERSUCHUNGSERGEBNIS IST FÜR GEMEINDEN MIT GERINGEN BUDGETS VON ERHEBLICHER BEDEUTUNG

Zur detaillierten Bewertung von geschädigten Teilbereichen der Straßen erfolgt dann eine Empfehlung für weiterführende Untersuchungen, wie zum Beispiel die Durchführung von Tragfähigkeitsmessungen oder Materialuntersuchungen. „Im Prinzip arbeite ich mit einem Benotungssystem ähnlich den Schulnoten – die Beurteilungen gehen von 1 (neuwertig) bis 5 (unbrauchbar).“ Um zu einem fachlichen Urteil zu kommen, werden am Ende alle erfassten Daten (Daten vom Auftraggeber, Oberflächendaten & Tragfähigkeitsmessungen) zusammengeführt und analysiert, so entsteht ein „operatives Erhaltungsmanagement“, welches für einen Zeitrahmen von eins bis fünf Jahren erstellt wird. Der letzte Schritt ist für die Auftraggeber bedeutsam: Die Ergebnispräsentation im Gemeinde-/ Stadtrat. Sind erhebliche Schäden vorhanden, geht es um Fragen wie „Muss nur die Straßendecke erneuert oder die Straße neu gebaut werden?“

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