LGA Asphalt­prüfung im Straßen­bau

Asphalt­prüfung im Straßen­bau

Peter Budig

MARINA MENDE SCHILDERT DIE ZUSAMMENARBEIT DER LGA BAUTECHNIK MIT EINEM STAATLICHEN BAUAMT

Seit Anfang des Jahres gehört die Bautechnik mit knapp 90 Mitarbeiter*innen wieder zur LGA. Marina Mende ist eine der Zurückgekehrten. Sie schildert einen Auftrag aus ihrem Arbeitsalltag – eine Straßen-Asphaltprüfung

Der Auftrag zur Prüfung des Asphalts für die Baumaßnahme auf der Staatsstraße 2409, „Deckenbau zwischen Vogelherd Schwabach und Flurstraße Rednitzhembach“, gehört zur Routine der Bautechnik. Marina Mende, die Bauingenieurwesen mit der Vertiefung Straßenbau in Dresden studiert hat, vertritt beratend und prüfend das zuständige Bauamt bis zur Fertigstellung der Bauarbeiten. Aufgrund von sichtbaren Schäden wurde entschieden, dass auf der beschriebenen Strecke eingegriffen werden muss, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. In einem ersten Arbeitsschritt wurden Bohrkerne entnommen und zur Prüfung an die LGA-Labore geschickt. Die Analyse liefert der Expertin Mende, deren Fachgebiete Asphalt, Bitumen und Fahrbahnmarkierungen sind, Informationen über den Bestand und den Schichtenaufbau der jahrzehntelang genutzten Beläge. Ihr Urteil ist für die Auftraggeber maßgeblich, damit beispielsweise entschieden werden kann, ob der Oberbau komplett erneuert werden muss oder die Tragschicht bestehen bleiben kann und nur die Deckschicht saniert wird. Außerdem wird das Material auf (giftige) teer- und pechhaltige Bestandteile geprüft.

Bis in die 70er Jahre wurde kohlenteerhaltiges Bitumengemisch als Bindemittel beim Straßenbau verwendet – heute ist dies u. a. wegen des Grundwasserschutzes verboten. In diesem Fall wurden Teerrückstände gefunden. Die LGA berät mitunter auch die Auftraggeber – doch hier hat das Bauamt das Sanierungskonzept selbst entwickelt. Es wurde entschieden, die oberen Asphaltschichten abzufräsen und zu erneuern. Während des Baus wurden Mischgutproben und Bohrkerne von der Baufirma entnommen und erneut an die Labore der LGA übergeben. Diese Proben wurden auf die Schichtdicke, die Zusammensetzung des Asphalts, die Qualität des Bitumens, die Sieblinie der Mineralstoffe, den Hohlraumgehalt und den Verdichtungsgrad untersucht. Bei unzulässigen Abweichungen von den Erstprüfungen müsste die Baufirma mit Preisabzügen rechnen, bei gravierenden Mängeln müssen diese beseitigt werden. Hier kommt wieder die Bauingenieurin der LGA ins Spiel, Marina Mende entscheidet, welche weiteren Prüfungen nötig sind und schreibt den Untersuchungsbericht. Zu den letzten Aufgaben dieses Projektes gehörte die Fahrt des LGA-Baustoffprüfers mit dem Planographen, mit dem die Längsebenheit der Straße gemessen wird. „Es kommt durchaus vor, dass bei solchen Arbeiten zum Beispiel waschbrettartige Unebenheiten zu Tage treten – in solch einem Fall müsste erneut abgefräst und die Decke erneuert werden“, schildert Mende den Hintergrund der Prüfmaßnahme. „Griffigkeit und Ebenheit der Straße sind wesentliche Kriterien der Verkehrssicherheit und auch des Lärmschutzes.“ Falls vom Auftraggeber gewünscht, könnte am Ende auch noch die Fahrbahnmarkierung geprüft werden. Die Baumaßnahme wurde zwischen dem 17. August und dem 4. September 2020 durchgeführt und ohne bedeutsame Zwischenfälle beendet.

Planograph: ein international eingesetztes Messgerät zur Bestimmung der Längsebenheit von Straßen und damit ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung im Straßenbau. (Quelle: Wikipedia)

Ortstermin auf der fertigen Strecke: Bauleiter Herr Stephan Werner (mit Warnweste) vom Staatlichen Bauamt Nürnberg und sein Abteilungsleiter Andreas von Dobschütz mit LGAIngenieurin Marina Mende.

Ein Fahrzeug der LGA zieht den Planographen über die erneuerte Straßenoberfläche, um die Ebenheit zu prüfen – das gelbe Fahrzeug des Bauamtes sichert ab.

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