LGA Der Weg zum erfolgreichen Unternehmen

Der Weg zum erfolgreichen Unternehmen

Peter Budig

Zum Glück der Gründungsjahrzehnte gehörte das Personal an der Spitze des Gewerbemuseums: Auf Beeg folgte der Handwerker und Architekt Karl von Stegmann (1832 – 1895). Er hat die Beispielsammlung ausgebaut und die erste große Bayerische Landesausstellung unter dem Dach des Gewerbemuseums veranstaltet. Einer der Gründe, warum Nürnberg bald als die bayerische Wirtschaftsmetropole galt.

Am 1. Januar 1888 trat Theodor von Kramer (1852 – 1927) seinen Dienst in Nürnberg an. Er veränderte die Ausrichtung – mehr in Richtung praktisch-pragmatische Fortbildungen, weg von der reinen Kunstsammlung. Als Baumeister ist er für das prächtige Haus am heutigen Gewerbemuseumsplatz verantwortlich, lange Zeit Sitz der späteren LGA. Er hat weitere Landesausstellungen an verschiedenen Standorten in Nürnberg organisiert und die opulenten Ausstellungsgebäude entworfen. Kramer war bis 1819 insgesamt 31 Jahre als Direktor tätig und hat die Gründungsjahre des Gewerbemuseums geprägt. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts gewann das Gewerbemuseum an wirtschaftlichem Profil: 1904 wurde die „Versuchsanstalt für Bierbrauerei“ dem Gewerbemuseum angegliedert, daraus entwickelte sich rasch eine äußerst erfolgreiche Unternehmensberatung für die vielen nordbayerischen Brauereien. Neben der kunsthandwerklichen Förderung nahmen die Untersuchung und Prüfung von Erzeugnissen und Materialien im Hinblick auf Güte, Eignung, technische Sicherheit und Zuverlässigkeit immer größeren Raum ein. 1909 erhielt die mechanisch-technische Abteilung den Rang eines Prüfamtes. Theodor von Kramer war stolz, die „besten elektrotechnischen Laboratorien Süddeutschlands“ zu besitzen. Ab 1909 wurde aus dem Bayerischen Gewerbemuseum die Bayerische Landesgewerbeanstalt (BLGA).

Fassadenzeichnungen des Gewerbemuseums angefertigt von Theodor von Kramer.

1907 regte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Dr. Anton von Rieppel, die Errichtung von Zweigstellen des Bayerischen Gewerbemuseums in Bayern an. Die ersten Zweigstellen entstanden in Landshut (1908), ein Jahr später in Augsburg; gleich darauf in Regensburg, Bayreuth und Hof. Die Entwicklung der Bayerischen Landesgewerbeanstalt in die Fläche nahm so eine neue Dimension an. Eine neue Dimension eröffnete auch ein Beschluss des Königs, der formal eine Einverständniserklärung zu einer offiziellen Anfrage war:

DIE LGA ALS KÖRPERSCHAFT DES ÖFFENTLICHEN RECHTS

„König Ludwig III. verlieh der Landesgewerbeanstalt 1916 die Eigenschaft einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Dies sicherte Unabhängigkeit, Objektivität und Neutralität. Die Übertragung öffentlicher Aufgaben änderte nichts am Verständnis der LGA, selbstverwaltete Körperschaft im Dienste der Wirtschaft zu sein“. Zum 100. Geburtstag der Ernennung äußerte sich der heutige Vorstandssprecher der LGA: „Die Verleihung hatte etwas Pragmatisches, das zu beiden passte, der Majestät und der bedachten Organisation. Die offizielle Urkunde trägt allein die Unterschrift des Königs. Mein Vorgänger Peter Thumann hat gesagt: welch ein schönes Beispiel für ‚Lean Management‘. Der König verleiht und unterschreibt höchst selbst“, erinnert sich Thomas Weierganz.

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges, der viele Opfer unter den Mitarbeitern gekostet hatte und in dessen Folge die Inflation Teile des Betriebsvermögens vernichtete, besaß die BLGA eine andere Struktur: Die beiden wichtigen Bereiche, das kulturhistorische Museum und das Institut für Technologie mit den vielfältigen Dienstleistungen für Gewerbe und Industrie, entwickelten sich getrennt voneinander. Wichtige Entwicklungen nahmen ihren Lauf: Um ab 1921 in der schwierigen wirtschaftlichen Lage „kleinen und mittleren Gewerbebetrieben über die zeitbedingten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu helfen“, wurde eine „betriebs-wirtschaftliche Abteilung“ gegründet (100 Jahre LGA, a.a.O., Seite 57). Aus dieser Abteilung entstand später die Warenprüfung. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen führte die BLGA die Kraftfahrzeugs-Zulassungsprüfungen, die Abnahme und Zulassung von Aufzugseinrichtungen und die Sicherheitsprüfung von Tankstellen durch. Und schließlich 1918 blühte ein Geschäftsbereich auf, dessen Bedeutung für die heutige LGA nicht hoch genug geschätzt werden kann: die Prüfstatik.

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