LGA PRÜFT: „SCOTLAND YARD RIDE“ IM RAVENSBURGER SPIELEPARK
Es herrscht Bewegung im Referat für Fliegende Bauten. Mit Dipl.-Ing. Jürgen Lehnert leitet ein Bauingenieur das Referat. Doch heute erfordert die Sicherheitsprüfung von Fahrgeschäften komplexe Antworten auf Fragen des Maschinenbaus oder der Elektrotechnik. Seit Jahresbeginn kann die Abteilung Zugänge vermelden: Elektroingenieur Hazem Mogribi und Maschinenbauingenieur Nico Schneider wurden eingestellt, zeitgleich Giuseppe Carpenzano, ein Werkstudent aus dem Bereich Elektroingenieurwesen. Hinzu kommt Alexander Hartl, der, obschon studierter Bauingenieur, 2025 eine elektrotechnische Fortbildung als Jahrgangsbester abgeschlossen hat. Ein Prüfbeispiel mit besonderen Herausforderungen war für das Team der „Scotland Yard Ride“ im Ravensburger Spieleland.
KULTURWECHSEL
Für Familien, die Brettspiele feiern, hat der Name „Scotland Yard“ einen magischen Klang. 1983 wurde Scotland Yard zum Spiel des Jahres gekürt, bis 2025 wurden acht Millionen Spiele verkauft. Die Spielidee: Es geht darum, in London einen flüchtigen Verbrecher, Mister X, zu fangen. Vier bis sechs Spielende, einer wird gejagt. Spannung pur!
Seit digitale und Videospiele die Jugend vor den Bildschirmen versammeln, wurde dem Brettspiel der Untergang prophezeit. Heute weiß man, dass Videogames die Filmindustrie inspirieren und umgekehrt, dass aus Brettspielen Videogames werden. Im Ravensburger Spielepark fährt seit 2025 eine selbstfahrende Bahn im aufwändig gestalteten London-Look. „In hochmodernen Fahrzeugen werdet ihr zu Detektiven, jagt durch die Straßen Londons, verfolgt Spuren und trefft eigene Entscheidungen, die jede Fahrt einzigartig machen“, so die Ravensburger.
SELBSTFAHRENDE FAHRZEUGE IM RAVENSBURGER SPIELEPARK
Die Jagd nach Mister X nimmt im Ravensburger Spielepark Fahrt auf. Das Fahrzeug, in dem die Spielenden sitzen, fährt, beschleunigt und bremst autonom, ohne Gleise, auf einem 450 Meter langen Parcours. Die Spielenden entscheiden über den Weg, subtile Hinweise zeigen, ob man dem flüchtigen Täter näherkommt. Zum Beispiel ist ein Schatten von Mr. X in einer entgegenkommenden U-Bahn zu sehen. Ein grandioses Vergnügen für die Besucher, eine Herausforderung für den prüfenden Ingenieur der LGA: „Es handelt sich um einen absoluten Prototyp. Die Fahrzeuge, die Wege, die Elektrotechnik, die Software: Alles bis zu den Rettungswegen wurde Prüfungen unterzogen“, zählt Jürgen Lehnert auf, zu dessen Aufgaben sonst u. a. die Prüfung von Fahrgeschäften auf Volksfesten gehört. Die komplexe Aufgabe wurde in enger Zusammenarbeit mit der Entwicklerfirma aufwind Group und ihrem Geschäftsführer Lutz Bayer in relativ kurzer Zeit bewältigt.
AUFWIND GROUP: ALLE KOMPONENTEN AUS EINER HAND
Aus dem von Lutz Bayer gegründeten Full-Service-Werbedienstleister aufwind Group aus Malterdingen hat sich ein technisch kreativer Dienstleister entwickelt, bei dem „Kreative mit Ingenieuren, Programmierern und Technikern Hand in Hand arbeiten“, formuliert Geschäftsführer Bayer. Für die Weltneuheit „Scotland Yard Ride“, bei der es nur gut ein Jahr von der kreativen Anfrage bis zur ersten Publikumsfahrt im Ravensburger Spieleland dauerte, kamen noch 3-D-Filmdesigner, Ton- und Musikkomponisten sowie Maschinenbauer hinzu, um ein Brettspiel in ein bewegtes Familienabenteuer zu verwandeln.
KOMPLEXE PRÜFANFORDERUNGEN
Entsprechend komplex waren die Prüfanforderungen, für die es keine DIN-Norm gab, die alle Bereiche abgedeckt hätte. „Die relevanten Sicherheitsinteressen für die Menschen mussten entlang der einzelnen Gewerke definiert, festgelegt, geprüft werden“, so Jürgen Lehnert. Die Frage lautete: Was darf passieren, was muss vermieden werden. Für Lutz Bayer eine optimale Zusammenarbeit: „Wir haben in der LGA den kompetenten und flexiblen Partner gefunden, der für diese Aufgabe nötig war.“























