
NEUBAU DES MAX-PLANCKZENTRUMS FÜR PHYSIK UND MEDIZIN
Seit Oktober 2020 wird in Erlangen auf dem Nordgelände des Universitätsklinikums der Neubau des „Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin“ (kurz: ZPM) betrieben. Die Einrichtung ist Teil eines Forschungscampus in unmittelbarer Nähe zu klinisch medizinischen, und weiteren Forschungseinrichtungen. Das Großprojekt wird vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und dem Uniklinikum Erlangen (UKER) gemeinsam verantwortet. Hier sollen physikalische Methoden mit medizinischer und biologischer Forschung verknüpft werden. Das Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin ZPM liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Forschungsgebäude TRC (Translational Research Center) des Universitätsklinikums Erlangen.
HISTORISCHE GEDENKSTÄTTE BLEIBT ERHALTEN
Auf dem Gelände bestand seit Jahrhunderten innerstädtische Bebauung. Seit 1834 waren hier Gebäude einer Heil- und Pflegeanstalt beheimatet, in der während der NS-Zeit grausame Verbrechen an Menschen verübt wurden. Ein Teil der alten Sandsteinbauten bleibt deshalb erhalten; sie werden zu einem Gedenk- und Lernort weiterentwickelt. Insgesamt entstehen auf dem zuvor von Altbauten befreiten Gelände fünf neue, durch Brücken verbundene Gebäude.
Zu Beginn der Baumaßnahmen fanden durch Experten der LGA Baugrunduntersuchungen statt. Solche Untersuchungen können nicht flächig geschehen, „man erstellt ein Raster von Untersuchungspunkten und schließt von da auf die Fläche“, erklärt Diplom-Geologe Thomas Hüttl vom Grundbauinstitut der LGA. Der erste von fünf Untersuchungsschritten ist abgeschlossen: Im Zuge von bis zu 20 Meter tiefen Bohrungen wurden Bodenproben entnommen. Im Labor wurde so die Tragfähigkeit der verschiedenen Bodenschichten ermittelt. Rammsondierungen ergänzen das Untersuchungsprogramm.

GRÜNDUNGSEMPFEHLUNGEN
Das Grundstück befindet sich im Tal des Flüsschens Schwabach, in dem es regelmäßig zu Hochwasser kommt. Das Grundwasser in den Baugruben musste abgesenkt werden. Dafür wurden Brunnen gebaut, das Wasser während der Bauzeit abgepumpt. Bei den Gebäuden im Talgrund der Schwabach wurden sowohl Flachgründungen als auch Tiefgründungen (Bohrpfähle) ausgeführt. Für die Baugrubenumschließungen kamen Stahlspundwände und überschnittene Bohrpfahlwände zum Einsatz. In Teilen des Baugrundes wurden Schuttauffüllungen aus früheren Zeiten gefunden, die eine geringe Tragfähigkeit besitzen und bereichsweise erhöhte Schadstoffgehalte aufweisen. Auch Torfe und organische Sandschichten wurden erbohrt, die keine ausreichenden Tragfähigkeitseigenschaften aufwiesen. Günstiger für die Tragfähigkeit sind die Sandsteine des tieferen Untergrundes. Bei nicht tragfähigen Böden wurde daher eine Pfahlgründung bis auf den Sandsteinhorizont ausgeführt. Durch die Sachverständigen der LGA erfolgte die geotechnische Baubegleitung der Baugrubenherstellung und der Gründungsarbeiten.
Das LGA Institut für Umweltgeologie und Altlasten führte die Schadstoffuntersuchungen am Bodenaushub (Deklarationen in situ und an Haufwerken), die Überwachung des Baugrubenaushubs, das Monitoring zur Bauwasserhaltung (Wasseranalytik vor Einleitung in die Schwabach) und die messtechnische Überwachung des abgesenkten Grundwasserstandes vor, während und nach der Bauwasserhaltung durch. Ein im Untergrund zuvor lagemäßig unbekanntes Altrohr konnte im Boden verbleiben, wird häufiger überwacht und muss nicht aufwändig herausgeschnitten werden.

MEDIZINISCHE SPITZENFORSCHUNG IN ERLANGEN
Das neu erbaute Max-Planck- Zentrum für Physik und Medizin (ZPM) ist ein zentraler wissenschaftlicher Baustein zur Verknüpfung physikalischer Methoden mit medizinischer und biologischer Forschung. Dadurch sollen neue diagnostische und therapeutische Ansätze entwickelt werden. Es befindet sich auf dem Gelände des Universitätsklinikums an der Kussmaulallee. Diese Nähe ermöglicht einen direkten Austausch zwischen Physikern, Mathematikern und Medizinern im Herzen des Medizintechnik-Clusters.


















