LGA Unter­nehmen Kunden­journal Impulse 2026 Ausgabe 1/2026 Asbest­entsorgung beim Brücken­abbruch
Ein weißer Schutzhelm mit dem Logo „LGA“ ist zentral im Bild zu sehen. Der Hintergrund verläuft von dunklem Blau oben zu hellem Blau unten.

Asbest­entsorgung beim Brücken­abbruch

Peter Budig

Auf dem Bild ist die Unterseite eines Betonbauwerks mit einer Reihe markierter Prüfpunkte zu sehen. Die farbigen Kreismarkierungen kennzeichnen Bereiche, die im Rahmen einer Bauwerksprüfung genauer untersucht oder dokumentiert werden. Im Hintergrund sind massive Betonstützen und Tragelemente der Konstruktion erkennbar.

LGA IUA: NACHHALTIGES BAUEN UND SCHADSTOFFENTSORGUNG

Es vergeht keine Woche, in der man nicht liest, dass Brücken in Deutschland Sanierungsfälle sind. Mehr noch, dass sie sich in so schlechtem Zustand befinden, dass sie für den Verkehr gesperrt werden müssen (siehe Kasten), oft kurzfristig. Nicht selten ist es für Sanierungen zu spät, Abbruch und Neubau einer solchen Überquerung sind unumgänglich. Das Abbruchmaterial kann im Sinne der Kreislaufwirtschaft als wertvolles Recyclingmaterial Wiederverwendung finden. Doch stets muss berücksichtigt werden, dass in vergangenen Jahrzehnten beim Bau Materialien zum Einsatz kamen, die heute als schadstoffhaltig eingestuft werden.

Auf dem Bild ist ein langer unterirdischer Betongang mit massiven Wänden, Decke und Boden zu sehen. Einzelne Deckenleuchten beleuchten den geradlinigen Tunnel, der in der Ferne im Dunkel verschwindet. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck eines technischen Bauwerks oder Versorgungstunnels aus Beton.

Hohlkasten einer Autobahnbrücke.

Auf dem Bild ist die Nahaufnahme einer Gesteinsoberfläche mit unterschiedlich gefärbten Mineralstrukturen zu sehen. Ein Zollstock liegt am unteren Bildrand und dient als Maßstab zur Dokumentation der Struktur und Größe der Gesteinsmerkmale. Die Aufnahme zeigt eine Materialprobe, die im Rahmen einer geologischen oder bautechnischen Untersuchung analysiert wird.

Abstandhalter nach Oberflächenfreilegung.

SCHADSTOFFE IM STAHLBETONBAU: ASBEST UND PCB

Stahlbetonbauwerke sind oft durch Schadstoffe geprägt. Dabei geht es vor allem um Asbest bei Abstandhaltern sowie bei Mauerstärken (Hülsen, Stopfen und Stopfenleim, Verschlussmörtel oder asbesthaltigem Stopfmaterial). Derartige Abstandshalter wurden im Zeitraum zwischen den 1960er Jahren und dem endgültigen Asbest-Verbot im November 1993 beim Errichten von Stahlbetonbauwerken eingesetzt.

ASBESTVERWENDUNGEN WERDEN BEIM ABRISS ZUM THEMA

Asbest ist ein natürlich vorkommendes Silikatmineral, das aufgrund seiner Hitze-, Säure- und Feuerbeständigkeit sowie hoher Festigkeit bis 1993 als „Wunderfaser“ im Bauwesen verwendet wurde. Solange Asbest gebunden ist, stellt er keine Gefahr dar. Sobald aber Fasern frei werden (z. B. durch Bohren, Schleifen, Brechen) und eingeatmet werden, können diese verschiedene Krebsarten verursachen. Besonders heimtückisch: Die Latenzzeit zwischen Einatmung und Ausbruch der Krankheit kann Jahrzehnte betragen. Für die Wiederverwertung wird Altbeton mittels Brecher zerkleinert und der Asbest in den asbesthaltigen Bauteilen wird zum Problem. Durch Separierung von Asbestbauteilen und asbesthaltigem Beton von asbestfreiem Abbruchmaterial (Beton) kann die Menge an gefährlichem Abfall verringert und die Quote an wiederverwertbaren Recyclingbaustoffen erhöht werden. Dies schont wertvolle Primärrohstoffe.

DIE LGA IUA FÜHRT ASBEST-BEPROBUNGEN IN GANZ DEUTSCHLAND DURCH

Mit zunehmender Anzahl an Spannbetonbrücken, vor allem aus den 60er und 70er Jahren, die ihr Lebensende erreichen, wächst die Anzahl der Aufträge für den Diplom-Geologen Bernd Malkmus vom LGA Institut für Umweltgeologie und Altlasten, kurz LGA IUA. Dort, wo Abstandshalter und Mauerstärken an Brückenbauwerken nicht mit bloßem Auge zu erkennen sind, müssen die Betonoberflächen zunächst mit emissionsarmen Verfahren geschliffen werden. Die Erkundungen und Untersuchungen auf Asbest richten sich nach den Vorgaben der VDI 6202 Blatt 3. „Mittlerweile sind wir in ganz Deutschland unterwegs“, erzählt Malkmus. Nach der Untersuchung erhält der Kunde ein Gutachten mit Handlungsempfehlungen, das bei den Bauvorhaben und den zugehörigen Ausschreibungen zugrunde gelegt wird.

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